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Passionsmusik

Nach Stationen in Leipzig, Eisenach und Frankfurt am Main nahm Telemann 1721 das Angebot an, das Amt des Cantor Johannei und Director Musices der Stadt Hamburg - eines der angesehensten musikalischen Ämter Deutschlands - zu übernehmen.

Die musikalischen Aufführungen von liturgischen Passionen hatten in den Kirchen der Freien Reichs- und Hansestadt Hamburg eine lange Tradition. Unter der Leitung des aus Zörbig stammenden Thomas Selle (1599 - 1663), eines Vorgängers von Telemann im Amt des Johanneumskantors und städtischen Musikdirektors, erlebten sie Mitte des 17. Jahrhunderts eine erste Blütezeit.

Diese Passionsmusiken spielten im Musikleben der Stadt eine außerordentliche Rolle und hatten einen festen Termin. An diesen Aufführungsrhythmus hatte sich auch Telemann noch zu halten.

Im Normalfall erklang die Komposition erstmals am Sonntag Invocavit - dem ersten Fastensonntag - in der St.-Petri-Kirche. Sie war dann an jedem der Sonntage vor Ostern in einer anderen der fünf Hauptkirchen zu hören und wurde schließlich nach dem Sonntag Judica an verschiedenen Wochentagen auch in acht Nebenkirchen vor und nach der Predigt musiziert.

So, wie die Prediger sich in den Gottesdiensten der Passionszeit immer wieder neu den Evangelientexten widmen und Gefangennahme, Verhör, Verurteilung und Kreuzigung des Gottessohnes vor einem aktuellen zeitlichen Hintergrund betrachten, unternimmt auch Telemann mit der Sprache der Musik eine immer neue Auseinandersetzung mit den Botschaften der Passionsberichte.

Das führt dazu, dass unter den 22 erhaltenen seiner 46 Hamburger Kirchenpassionen keine einer anderen gleicht: Das Bibelwort erfuhr eine die Handlung kommentierende Erweiterung einerseits mit neu gedichteten poetische Einlagen wie Arien, Rezitativen und Chören, und andererseits mit Kirchenliedversen, die die Einbeziehung der Gemeinde in das Geschehen ermöglichen.

Die Lukaspassion von 1744 zeichnet sich, neben ausdrucksstarken Arien, vor allem durch seine dramatischen Turbachöre aus. Im Unterschied zu anderen seiner Passionen verwendet Telemann hier nur drei Choräle: zu Beginn, während der Ölbergszene und als Schluss.

Es wird aufgeführt
Georg Philipp Telemann (1681 - 1767)
Lukas-Passion (1744) TVWV 5:29

Es wirken mit
Dörthe Haring | Sopran
Daniel Wunderling | Bass
Instrumentalisten
Cantionata Lichtenberg

Samstag 1. April 18.00 Uhr
Alte Pfarrkirche Lichtenberg
Loeperplatz (Möllendorffstraße)
im Stadtplan

Eintritt frei

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Roland Dörfler (1926 - 2010), Engel im Forum Romano

 

Bild Roland Dörfler

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